Geschichte der Stadt Bredstedt

Die Geschichte Bredstedts führt bis in das Jahr 1231 zurück. Damals tauchte der Ort im „Erdbuch“ des Königs Waldemar II. unter dem Namen „Bredhaestath“ auf. In das Wappen unserer Stadt wurde eine Brücke, zunächst nur mit einem Pfeiler. aufgenommen. Noch vor den großen Eindeichungen des „Bredstedter Werks“ lag Bredstedt nahe am Meer. Bis ins 15. Jahrhundert hinein besaß unser Ort einen kleinen Hafen.

Im Jahre 1477 wurde Bredstedt zum Flecken erhoben.
Nachdem Bredstedt im Jahre 1530 durch König Frederic (1523-1533) die Erlaubnis erhalten hatte, jährlich zwei freie Märkte abzuhalten, erteilte König Christian IV. (1588-1648) im Jahre 1633 das Privilegium für einen wöchentlichen Markttag.

Anfang des 17. Jahrhunderts beschäftigte König Christian sich mit dem Plan, das große Vorland im Westen Bredstedts einzudeichen. Der Deich sollte 12 km lang werden und von Hattstedt bis Ockholm reichen. Die Bauarbeiten begannen 1619, aber schon 6 Jahre später wurde alles durch den „blanken Hans“, so nennt man hier die Nordsee, völlig zerstört. Ein erneuter Versuch 100 Jahre später scheiterte ebenfalls. Man gab jedoch die Hoffnung nicht auf und führte die Eindeichungen nun stückweise erfolgreich fort. Unter Christian VI. wurde der erste Koog gewonnen. In den zurückliegenden Jahrhunderten ist Bredstedt von großen Bränden heimgesucht worden. Im Jahre 1699 (09./10. April) brannten auf dem Norderberge (Norderstraße) 35 Häuser ab und am 22. September 1737 nochmals weitere 20 Häuser. In der Osterstraße wurden im Jahre 1858 in der Nacht vom 26. zum 27. März annähernd 100 Häuser durch Flammen vernichtet. Am Ende des zweiten Weltkrieges zerstörten Bomben 5 Gebäude in Bredstedt.

Bredstedt ist der Geburtsort des „Malers der Friesen“, Christian Carl Magnussen, (1821-1896). Magnussen wurde in dem Haus Norderstraße Nr. 28 geboren. Noch heute stehen Linden vor dem Geburtshaus des Friesenmalers. Ferner ist Bredstedt Geburtsort des bedeutenden Malers Professor Christian Albrecht Jensen (1792-1870). Er war der älteste Sohn eines Handschuhmachers in Bredstedt. Von ihm sind 607 Werke, zumeist in Schlössern und Museen Dänemarks, bekannt. Jensen gilt als erster dänischer Impressionist und als größter Porträtmaler des Königreichs. 

Den Marktplatz prägt der Bau der Apotheke, die 1611 für den Hardesvogten der Nordergoesharde erbaut wurde. Zwar wurde die Fassade im Laufe der Zeit verändert, ihre Grundzüge jedoch blieben bewahrt. Ab 1462 besaß Bredstedt eine Kapelle, im Jahre 1510 erhielt der Ort eine sogenannte Vollkirche. Seitdem ist unsere „St. Nikolai-Kirche“ als spätgotischer Ziegelbau, mit Feldsteinen versehen, eine Sehenswürdigkeit.

Kurz vor Erteilung der Stadtrechte erhielt Bredstedt wichtige neue Einrichtungen, welche die Bedeutung des Ortes unterstrichen. 1887 wurde der Bahnhof gebaut, 1890 ein Amtsgericht, 1891 ein neues Pastorat und im Jahr darauf das Rathaus.

Bredstedts Bedeutung für die Landwirtschaft fand vor der Jahrhundertwende mit der Gründung der Landwirtschaftsschule von 1893 ihren Ausdruck. Sie gehört zu den ältesten Schulen ihrer Art in ganz Schleswig-Holstein. In den ersten Jahrzehnten war Bredstedt das landwirtschaftliche Ausbildungszentrum für ganz Nordfriesland und darüber hinaus auch für weite Teile der schleswigschen Geest, selbst Nordschleswig gehörte damals zum Einzugsbereich.

Neben Landwirtschaft und Handwerk gab es in Bredstedt Ende des 18. Jahrhunderts noch zwei Tabakfabriken.

Am 08. Oktober 1900 stellte das Fleckenskollegium den Antrag, in Zukunft die Bezeichnung „Stadt“ zu führen. Der Bezirksausschuss der Regierung in Schleswig gab seine Genehmigung. (Damals hatte Bredstedt genau 2.356 Einwohner, die in 417 Häusern wohnten.) Die Einwohnerzahl hatte bis ins 17. Jahrhundert hinein etwa 1200 betragen, um 1800 waren es ca. 1.470. Vor allem Handwerker und Bauern waren hier ansässig.

Stadt im Wandel

Vor der über 777 Jahre alten Geschichte und Tradition unserer Stadt müssen wir uns eingestehen, dass das historische Bredstedt, wie es in Kupferstichen und Radierungen vor allem aus dem 19. Jahrhundert überliefert worden ist, nur wenig gemeinsam hat mit dem Bild der Stadt in unseren Tagen. Der äußeren Wandlung des Stadtbildes entspricht den Änderungen, der Verhältnisse im Inneren. Die moderne Industriegesellschaft stellte auch an die Stadt Bredstedt ihre unerbittlichen Forderungen auf dem Gebiete des Verkehrs, vor allem beim Straßenbau, im Bereich des Bildungswesens und im weiten Feld der sozialen Vorsorge. So wurde die Straße zwischen Husum und Niebüll zur Bundesstraße 5 ausgebaut.


Das ist die Stadt heute

Seit 2001 ist Bredstedt Luftkurort. Das Nordsee-Reizklima bietet gerade bei Atemwegerkrankungen Linderung.

Sie erreichen Bredstedt mit der Bahn über die Strecke Hamburg – Westerland (Sylt). An unserem Bahnhof halten alle Regionalzüge. Per Auto kommen Sie über die B 5 nach Bredstedt.

Nicht nur die Innenstadt lädt zum Bummeln ein. Ein Spaziergang um den alten Mühlenteich bringt Ruhe und Erholung. Das Naturzentrum Nordfriesland und das Oldtimer-Museum laden zum Verweilen ein. In den Sommermonaten hat das beheizte Erlebnisbad geöffnet. Nicht zu vergessen sind die Naturerlebnisräume, die Bredstedt ringförmig umschließen. Dazu gehören die Inseln Föhr, Amrum, Pellworm und Sylt, die Halligen und der Naturerlebnisraum Stollberg.

Zahlreiche Fachgeschäfte und Verbrauchermärkte bieten den Bürgerinnen und Bürgern und unseren Gästen ein nahezu komplettes Angebot.

In Bredstedt finden Sie zahlreiche Bauplätze. Ebenso haben wir in den Gewerbegebieten im Osten der Stadt ausreichen Platz für neue Betriebe. Der Verlauf der neuen Trasse der Bundesstraße 5 führt direkt an diesen Gewerbegebieten vorbei. Nähere Informationen finden Sie auf der Seite Baugebiete.

Bis zum 31.03.2008 war Bredstedt amtfreie Stadt mit einem hauptamtlichen Bürgermeister. Seit dem 01.04.2008 gehört Bredstedt dem Amt Mittleres Nordfriesland an. Nach über 108 Jahren Hauptamtlichkeit wurde zum 01.08.2008 ein ehrenamtlicher Bürgermeister durch die Stadtvertretung gewählt.

Bredstedt ist innovativ

Die Abteilung Stadtmarketing der Stadt Bredstedt und das Aktionsbündnis „Tu was – Bürger für Bredstedt“ stellten am 21. Mai 2007 im Bürgerhaus unter dem Stichwort„Strategie 2020 – Bredstedt hat Energie“ ihre Ideen und Perspektiven für die Stadt Bredstedt und die Region „Mittleres Nordfriesland“ vor. Zahlreiche Interessenten haben mitgemacht und es wurden drei Arbeitsgemeinschaften in den Bereichen „Gewerbe“, „Tourismus“ und „Privat“ ins Leben gerufen.

Die Arbeitsgemeinschaft „Gewerbe“ legte hierbei vorrangig ihre Zielausrichtung auf die Schaffung eines Energie Kompetenz Centrums. Das Energie Kompetenz Centrum Bredstedt (ekc) für das Amt Mittleres Nordfriesland wurde schließlich nach achtzehnmonatiger Vorarbeit in der Osterstraße in Bredstedt eingerichtet und am 01.10.2008 eröffnet. Möglich wurde dies durch hohe ehrenamtliche Tätigkeit und die umfangreiche Unterstützung vieler Unternehmen aus der Region.